Hallo Leute,

hier wie versprochen der Bericht über die Unimog-Besichtigung mit anschließender Heimfahrt.

Mit dem Virus waren wir schon lange infiziert, mein Kumpel und ich. Ich schon seit den Kindertagen. Damals hatten meine Eltern einen kleinen Bauernhof im Zuerwerb mit Milchkühen. Da wurden jeden morgen die Milchkannen abgeholt und zur Molkerei gefahren. Der Bauer aus dem Nachbardorf tat das, wie kann es anders sein, natürlich mit 'nem Unimog. Genau so wie auf dem Bild im Typenkompass.

Also haben wir immer wieder gestöbert in den verschiedenen Büchern, im Internet etc. und neidisch geguckt wenn wir mal einen gesehen haben. Irgendwie kam das Ganze in diesem Frühjahr aber ins Rollen als unser Fiat DT450 im Wald an seine Grenzen stieß (kein Allrad).

So haben wir uns dann in einen Unimog verguckt. Wir wußten natürlich nicht welcher Typ und welche Ausstattung, aber das kam so nach und nach. Zum Schluß waren ein paar Eckpunkte klar: landw. Ausstattung, (keine Kommune), Pritsche mit Zylinder, Cabrio, und ganz wichtig Doppelkupplung. Ich kenne das nämlich von unseren Treckern, wenn man Gras mähen, oder noch schlimmer Heu pressen will ohne Doppelkupplung.

Und tatsächlich, nach ein bischen Suchen war tatsächlich ein Objekt gefunden, und wir trauten uns ihn anzusehen. Am Samstag 19.7.03 war es dann entlich soweit. Frohen Mutes ins Oberfränkische gefahren, die 4 1/2 Stunden Autobahn wollten gar nicht zuende gehen, so gespannt waren wir.

Aber am vereinbarten Treffpunkt holte uns der Vorbesitzer ab. Wir wurden freundlich aufgenommen und es ging gleich zum Objekt der Begierde. Da stand er nun in seiner Schönheit, so wie auf dem Foto. Bj 75 mit den Merkmalen wie wir ihn wollten. Ein paar Schönheitskorrekturen waren inzwischen gemacht, wahrscheinlich wg. einem anderen Interessenten. Aber das interessierte uns nicht, wir wollten wissen ob er technisch OK ist. Schön war das man ihm ansehen konnte daß er beinahe direkt vom Feld kam. Etwas Gras vom letzten Grünschnitt war noch im Rahmen unter der Pritsche. Das zeigte uns, daß er noch bis zum Schluß im Einsatz war und nicht ewig rumgestanden war. Ist uns auch lieber gewesen, daß er nicht aufgearbeitet war, denn erstens, kann das ja keiner kontrollieren ob der Rost nur übergepinselt ist, zweitens wollen wir ja selber was machen, und drittens ärgert man sich ja schwarz, wenn man im Wald an die teure Restauration ein dicker Ast mal seine Handschrift hinterläßt.

Er hat natürlich die üblichen Roststellen am Fahrerhaus und sonst, er ist natürlich auch ölverschmiert, hätte mich auch gewundert wenn's anders gewesen wäre. Aber er tropft nicht.

Für die Probefahrt hatten wir uns ein Handbuch besorgt, so daß man sich nicht gleich als Leihe outen muß. Anlassen und schalten war gar kein Problem. Wir haben uns dann richtig Zeit gelassen, und soviel wie möglich getestet. Wir sind auch auf einen Parkplatz mit Schotterbelag gefahren und haben mal Allrad und Sperren eingeschaltet, und sind mit voll eingeschlagener Lenkung gefahren. Die Räder radierten über den Boden, also auch IO soweit man das sagen kann.

Der Vorbesitzer hatte sogar noch ein neueres Verdeck besorgt, und so wurden wir uns dann auch schnell einig.

Es ging dann zunächst zur nächsten Tankstelle, volltanken (120Liter) und dann ab auf die Autobahn. Unterwegs haben wir dann immer wieder auf Rastplätzen angehalten und Öl, Wasser, und evtl. Lecks kontrolliert, es tropfte nicht. Ist auch wirklich Öl drin? Ja es war!

Zwischendurch haben wir unheimlich viele Autos gesehen, liegengeblieben mit geöffneter Motorhaube. Sollte das ein Omen sein? Denen konnten wir leider nicht helfen, da wir kein Abschleppseil mithatten (Asche auf unser Haupt). Wir haben jedenfalls noch intensiver auf jedes Geräusch gehört. War ganz schön spannend.

So auf der Hälfte hatten wir dann unser Erlebnis. Unserem Mog war es wohl, wie den anderen auch, zu Heiß geworden (Temperaturen weit über 30°) er wollte nach der Öl- und Wasserkontrolle nicht mehr Anspringen, der Anlasser rückte nicht mehr ein. Da half auch die "Hammer Methode nicht". Aber zum Glück war der Parkplatz etwas abschüssig, und ein freundlicher Wohnmobilfahrer, ich glaube aus Frankreich, hat uns schieben geholfen. Der Mog ist dann auch sofort angesprungen. Vor lauter Aufregung haben wir dann ganz vergessen uns bei dem netten Herrn zu bedanken, was ich hiermit nachhole. Hoffentlich liest er das. Wir haben uns dann auf dem restlichen Rückweg nicht mehr getraut den Mog auszumachen, und sind dann so glücklich aber fix und fertig nach Hause gekommen. 480 km Autobahn in 7 1/2 Stunden reine Fahrzeit.

Am nächsten Morgen ungläubiges Staunen, Öl unter dem Mog !!! GANZE ZWEI TROPFEN! Wir wissen im Augenblick noch nicht ganz wo's herkommt. Wahrscheinlich vom Hubstempel der Pritsche, naja mal sehen.

Der Vorbesitzer sagte uns noch vor der Abfahrt, daß uns diese Fahrt mit dem Mog zusammenschweißen würde, er sollte recht behalten.

Immer einen fahrbereiten Mog wünschen euch mit schönen Grüßen aus dem Sauerland

Werner und Theo